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Mein Name ist Britta Steffen. Ich bin am 16. November 1983 in Schwedt an der Oder geboren und lebte bis 1996 mit meiner Familie dort.
Mit 6 Jahren lernte ich schwimmen, blieb dann gleich dabei und trat in den damaligen SSV PCK 90 Schwedt e. V. ein. Das Training steigerte sind hinsichtlich der Trainingseinheiten Jahr für Jahr. Nach der sechsten Klasse entschied ich mich dann zur Sportschule nach Potsdam zu gehen.

Von September 1996 bis August 2002 lebte und trainierte ich in Potsdam. Gern denke ich an diese Zeit zurück, hier verbrachte ich meine Jugend und wurde selbstständig, weil ich diese Zeit im Internat verbrachte.

1998 und 1999 sammelte ich bei den Jugend Europameisterschaften 8 Gold-Medaillen
Damalige Bestzeiten: 50 F 26,07sec; 100 F 55,66 sec; 200 F 2:00,50 min

2000: Ich durfte mit 16 Jahren das erste Mal zu den Olympischen Spielen nach Sydney reisen, das war ein sehr bewegendes Erlebnis!
Im Vorlauf schwamm ich die 100 und 200 m Staffel.

Seit Sommer 2002 bin ich Berlinerin, hier bin ich angekommen. Berlin ist mein Zuhause geworden.
Mit Norbert Warnatzsch habe ich den besten Trainer für mich gefunden, ohne ihn wäre ich im Sport nicht zu diesen Erfolgen gekommen. Ich bin ihm sehr dankbar und habe große Achtung & Respekt vor ihm.

2004: Abitur in Berlin und die zweiten Olympischen Spiele Beginn des Studiums: Wirtschaftsingenieur für Umwelt und Nachhaltigkeit
an der Beuth-Hochschule in Kooperation mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin

Man sagt, die ersten Spiele guckt man und bei den zweiten leistet man etwas.
Nicht so bei mir.
Am ersten Tag rutschte ich auf der Tribüne aus und konnte nicht schwimmen, weil mein Knöchel verstaucht war. Ich war tief enttäuscht, also beschloss ich, mich fortan um mein Studium zu kümmern und meine sportliche Laufbahn zu beenden.
Schon wenige Wochen später vermisste ich das Training sehr und fühlte, dass mein Weg noch nicht zu Ende war. Ich wollte nochmal angreifen, mein Ziel war es, herauszufinden, was ich kann, wenn ich mich mit in den Trainingsprozess einbrachte, wenn ich mit meinem Trainer gemeinsam Hand in Hand arbeiten würde, immer im Austausch, wie das optimale Training aussehen muss, um meine bestmögliche Leistung zu erbringen. Als neues Team in alter Besetzung starteten Norbert und ich unser Projekt!
Im November 2004 begann ich die Arbeit mit Friederike Janofske, meiner Mentaltrainerin, sie vermittelte mir viel Wissen, mit welchem ich es schaffte, neben einer guten Physis, auch den Kopf an der richtigen Stelle zu behalten.
Die Weichen für einen Neubeginn waren gestellt. Ich ließ das Jahr 2005 als Wettkampfjahr aus, trainierte und studierte nur.

2006: Die ersten Wettkämpfe liefen gut, ich war frei im Kopf, hatte wieder einen sehr guten Zustand und viel Spass am Sport. Ich qualifizierte mich für die EM in Budapest und war wahnsinnig überrascht, dass alles gepasst hat.
Es gibt Zeiten im Leben, da läuft alles wie am Schnürchen, die Woche in Budapest war unglaublich...
Mein persönlich emotionalster Moment:
Der Weltrekord über 100 m Freistil 53,30 sec am 02.08.2006!
(Gesamtergebnis: 4 goldene und 1 silberne Medaille)

Im Oktober 2006 brach ich mir im Höhentrainingslager den Finger, wenige Wochen später gelang die WM-Qualifikation dennoch.

März 2007: WM-Bronze über 100 m Freistil 53,8 sec
Staffel-Silber über 4 mal 200m Freistil

2008: Olympiaqualifikation in Berlin mit Europarekord und Bestzeit über 100 m Freistil 53,20 sec
19.07.2008 nächster Europarekord über 100 m Freistil 53,05 sec in Magdeburg

Mitte August 2008: die dritten Olympische Spiele in Peking
Olympiasiegerin erst über 100 m Freistil 53,12 sec (olympischer Rekord)
zwei Tage später Olympiasiegerin über 50 m Freistil 24,06 sec (Europarekord, olympischer Rekord))
Mein Kindheitstraum schlechthin wurde wahr!
"Impossible is nothing!"

2009: WM in Rom
Es war der schönste Wettkampf meiner sportlichen Laufbahn. Es war ein Genuss, ich hatte wahnsinnigen Spass im Mix mit großartiger Spannung.
Im berühmten Jahr des Hightechmaterials schwamm ich 5 Weltrekorde.
An dieser Stelle großen Dank an meinen Ausrüster adidas!!!
Goldmedaille über 50 m Freistil 23,73 sec Weltrekord
Goldmedaille über 100 m Freistil 52,07 sec Weltrekord

2010: Budapest hätte als EM angestanden, leider hatte ich große gesundheitliche Probleme, kam nicht in eine ausreichende Form und fuhr in neuer Funktion zur EM als ARD-Praktikantin.
Trotzdem, es war eine bereichernde Erfahrung.

2011: WM Shanghai
Obwohl ich mich bestens vorbereitet fühlte, konnte ich meinen Erwartungen und Ansprüchen nicht gerecht werden. Die WM begann gut mit einer Staffel-Bronze-Medaille, aber meine Einzelleistungen waren enttäuschend. Ich reiste auf eigene Kosten früher nach Hause.

An dieser Stelle ein paar Punkte, die mir am Herzen liegen:
- Ich habe das Team nicht im Stich gelassen, wie es mir vorgeworfen wurde. Mein Anliegen war es, das Team nicht mit meiner Enttäuschung zu belasten..
- Für die Lagen-Staffel war ich gemäß der Nominierungsrichtlinien nicht vorgesehen. Ich war nur drittschnellste Freistil-Schwimmerin, damit Drittbesetzung.

Dies war bisher die schwierigste Zeit meines Sportlerlebens. Neben der sportlichen Niederlage, musste ich mich teilweise ungerechtfertigten Anfeindungen erwehren. Das war sehr hart.

2012: London kommt,es wären für mich die vierten Spiele. Nichts reizt mich mehr, als nochmal zu erfahren, was ich zu leisten im Stande bin!!!

Rückblick auf die Spiele:
Die Olympischen Spiele liegen nun ein gutes halbes Jahr zurück. Mit einigem Abstand bin ich froh und traurig gleichermaßen. Froh, weil ich die Chance hatte, mich im Halbfinale über die 100m F & im Finale über die 50m F zu stellen. Traurig, weil ich meine Saisonbestwerte nicht verbessern konnte. Mit Platz zwölf & vier war ich ernüchtert, weil der Kampf um die Medaillen weit bzw. knapp verloren wurde.

Es waren beeindruckende Spiele, auch wenn ich gefühlt wahrnehme, dass es immer größere Maßstäbe annimmt. Die Dimensionen der Austragungsstätten sind gigantisch. Es ist wirklich eine Herausforderung, sich vollkommen auf den eigenen Wettkampf zu konzentrieren. Das ist die für mich hervorstechendste Eigenschaft Olympias. Ich bin dankbar für die gesammelten Eindrücke & die kostbaren Erfahrungen.

Ende 2012: Was Olympia mit sich bringt bzw. nach sich zieht?

Ich als Sportlerin denke in Olympiazyklen. Vor den Spielen ist nach den Spielen. Zwischendrin wechseln Welt- & Europameisterschaften sich ab. Ich habe wie alle vier Jahre meine Bilanz gezogen. Bin erstmals alle acht Weltcup-Stationen geschwommen und habe immer die 100 F gewonnen. Selbst bei der Kurzbahn-WM gelang mir dies. Es war eine schöne Erfahrung, die Welt in ein paar Wochen zu durchreisen und sich darüber klar zu werden, wohin ich möchte.

2013: Heraus kam: Ein Umzug nach Halle an der Saale, neues Umfeld, Trainer & Gruppe. Ein neuer Ausrüster (HEAD), der mir viel Freude macht & die Klarheit, dass bei passender Gesundheit etwas Gutes heraus kommen könnte. Im Moment bin ich glücklich & das ist eine gute Voraussetzung für alles, was kommt!

WEITERE AUSZEICHNUNGEN
2006 und 2009 Platz 2 bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres
2007 Verdienstorden des Landes Berlin
2008 Sportlerin des Jahres
2008 Goldene Henne
2010 Sparkassenpreis für soziales Engagement
2007-2010 jährlich Champion des Jahres in Berlin